Adipositas-Chirurgie, die einzelnen Verfahren

Operationen zur Gewichtsreduktion werden als bariatrische Chirurgie bezeichnet. Diese Eingriffe betreffen den oberen Verdauungstrakt und beeinflussen immer auch den Stoffwechsel ( metabolische Chirurgie ). Operationen zur oberflächlichen Korrektur der Körperkontur betreffen die plastische Chirurgie und bewirken keinen langfristigen Gewichtsverlust. Plastische Korrekturoperationen werden sinnvollerweise nach erfolgreichen bariatrischen Eingriffen vorgenommen und nicht vorher.

Bariatrische Chirurgie stellt derzeit die einzige Therapie der krankhaften Fettleibigkeit (Adipositas) dar, die dauerhaft eine Gewichtsreduktion und eine Besserung oder Beseitigung der Begleitkrankheiten bewirken kann (2). Das Behandlungsergebnis ist vom Verfahren, der Mitarbeit und Motivation des Patienten und der Wahrnehmung einer regelmäßigen Nachsorge abhängig. Patienten, die sich dieser entziehen, verlieren signifikant weniger Gewicht und verbessern in geringerem Ausmaß ihre Begleitkrankheiten.

Die chirurgische Therapie ist effektiv, risikoarm und verlängert das Leben der Operierten im Vergleich zu konservativ Behandelten signifikant ( siehe Literatur).

Wer kommt für einen Eingriff in Frage?

Die Indikationen zu gewichtsreduzierenden Eingriffen sind zuletzt 2013 ( Interdisciplinary European Guidelines on Metabolic and Bariatric Surgery ) aufgezeigt (5). Danach kommen Patienten, die Versuche der Gewichtsreduktion hinter sich haben, für eine Operation in Betracht, wenn sie einen Body Mass Index (BMI) von >40kg/m² oder einen BMI von > 35kg/m² mit einer oder mehreren Adipositas-assoziierten Begleitkrankheiten aufweisen. Eine erfolgreiche Gewichtsabnahme ohne Operation mit dann wieder ansteigendem Gewicht gilt inzwischen ebenfalls als Grund, operativ vor zu gehen.

Das Alter für die operative Therapie wird von 18 – 65 Jahre empfohlen. Ältere Patienten werden nicht generell ausgeschlossen, hier kann vorrangig die Verhinderung von Immobilität und Pflegebedürftigkeit eine Indikation darstellen. Patienten mit einem Diabetes Typ II können im Rahmen von Studien auch bei einem BMI zwischen 30 – 35 kg/m² einer Operation zugeführt werden. Jugendliche sollen immer ernsthafte Versuche der Gewichtsabnahme unternehmen, bevor eine Operation erwogen wird. Die chirurgische Therapie stellt die ultima ratio nach Versagen aller konservativen Behandlungsversuche dar.

Kontraindikationen

Konsumierende Grunderkrankungen, aktive Substanzabhängigkeit und nicht therapierte psychische Erkrankungen verbieten eine bariatrische Operation. In therapiertem Zustand und stabiler Situation gilt dies für psychische Störungen dann nicht. In der amerikanischen Leitlinie ist festgehalten, dass es keine Evidenz für absolute Kontraindikationen in der Adipositaschirurgie gibt (8).