Magenbypass

Für den Magenbypass wird der Magen unterhalb des Mageneinganges durchtrennt. Dieser vom restlichen Magen abgetrennte Magenanteil hat ein Volumen von 15 – 40 ml und wird als Pouch (Magentasche) bezeichnet. Der vom Pouch getrennte Restmagen verbleibt im Körper. Der erste Abschnitt des Dünndarmes wird nach 50 – 100 cm durchtrennt. Der abführende Dünndarm (alimentärer Schenkel) wird mit dem Magenpouch verbunden. 130- 250 cm entfernt von dieser neuen Verbindung des kleinen Magenpouches wird der Anfangsteil des Dünndarmes, der Galle, Bauchspeichel und Magensaft transportiert (biliärer Schenkel), mit dem Dünndarm, der vom Magenpouch kommt, verbunden. Erst ab dieser Zusammenführung der Dünndarmschlingen findet Verdauung statt, da hier die Verdauungssäfte und der Speisebrei zusammentreffen. Der Dünndarmabschnitt von der Zusammenführung der beiden Dünndarmschenkel bis zum Dickdarm wird als gemeinsamer Schenkel bezeichnet. Die Länge des gemeinsamen Schenkels kann variiert werden. Je kürzer der gemeinsame Schenkel angelegt wird, desto weniger Nährstoffe werden aufgenommen, die Häufigkeit der Stuhlentleerungen nimmt dann zu.

Der Zwölffingerdarm und der erste Dünndarmabschnitt sind also aus der Passage der Speise ausgeschaltet ( Bypass ). In diesem ausgeschalteten Abschnitt erfolgt aber normalerweise die Aufnahme von fettlöslichen Vitaminen, Calcium, Eisen und einigen Spurenelementen. Die Unmöglichkeit, diese Substanzen ausreichend aus der Nahrung aufzunehmen, erfordert die lebenslange zusätzliche Einnahme von Vitamin D und Calcium täglich in ausreichender Dosierung. Alle viertel Jahr muss eine Vitamin B12 Injektion vorgenommen werden, da im Magenpouch zu wenig Magenschleimhaut zur Verfügung steht, um dieses Vitamin zu bilden. Eisen und die anderen oben genannten Mineralienbedürfen der Kontrolle, weswegen eine regelmäßige Nachsorge unabdingbar ist.

Die Patienten verlieren nach der Operation im Durchschnitt 60 % des Übergewichtes, 80 % der Begleitkrankheiten (Zuckerkrankheit, Hochdruck, Blutfette, Atempausen-Syndrom…) werden beseitigt oder gebessert. Therapieversagen (weniger als 50% Verringerung des Übergewichtes) zeigen etwa 10 % der Operierten. Diese Ergebnisse fallen deutlich besser aus, wenn eine engmaschige Nachsorge und Teilnahme an den Treffen der Selbsthilfegruppen wahrgenommen werden.

Es darf nicht unerwähnt bleiben, dass nach einer Magenbypass Operation eine erheblich gesteigerte Empfindlichkeit gegenüber Alkohol besteht. Der Alkohol wird schneller aufgenommen und gelangt rascher in die Leber. Eine Leberschädigung bis hin zur Leberzirrhose ist leicht möglich. Der regelmäßige Alkoholkonsum muss daher unbedingt vermieden werden.

Die Bypass Operation hat eine ausgeprägte Wirkung auf den Zuckerstoffwechsel. Die Blutzuckerwerte bessern sich sehr schnell, oft benötigen die Patienten schon ganz kurze Zeit nach der Operation keine blutzuckersenkenden Medikamente mehr. Im Verlauf kann es Unterzuckerungen kommen, die meist durch Beachtung der Ernährungsempfehlungen gut zu beherrschen sind. Nahrung mit hohem Zuckeranteil kann zum sogenannten „Dumping“ (Herzjagen, Schweißausbruch, Blutdruckabfall) führen. Durch Reduktion von Zucker sind diese Beschwerden fast immer zu vermeiden. Ein zu hoher Fettanteil in der Nahrung kann vermehrte Blähungen und Durchfälle hervorrufen.

magen-ausgangssituationmagenbypass-schritt-1magenbypass-schritt-2

Banded Bypass ( ringverstärkter Magenbypass ).

Unter „banded Bypass“ versteht man den oben beschriebenen Bypass, bei dem zusätzlich um die Magentasche (Pouch) ein Kunststoffband oder Silikonring eingebaut wird. Dieser Ring, der sich nicht auflöst, soll eine Aufweitung des Pouches und der Verbindung zwischen Magenpouch und Dünndarm verhindern. Die Aufweitung führt nämlich dazu, dass nach 1 – 2 Jahren wieder größere Portionen gegessen werden können und das Gewicht zunehmen kann.

banded-bypassIn letzter Zeit mehren sich Veröffentlichungen in der wissenschaftlichen Literatur, dass diese Ringverstärkung einen stärkeren Gewichtsanstieg einige Zeit nach der Operation verhindert. Es liegen Fallserien mit hoher Patientenzahl und langer Nachbeobachtungszeit vor, die die besseren Ergebnisse bei „Banding“ beschreiben. Kontrollierte Fallstudien, die diese Aussage wissenschaftlich überprüfen, bestehen bisher nicht. Wir führen zur Zeit eine derartige Studie durch, deren Ergebnisse aber erst in drei Jahren zu erwarten sind.

Bisher ist als Risiko des „Bandings“ nur beschrieben worden, dass der Ring bei etwa 2 % der Patienten langsam durch die Magenwand in den Pouch wandern kann. Oft kann das Band dann mit dem Magenspiegel entfernt werden.