Schlauchmagen

Die Schlauchmagenoperation wird seit dem Jahr 2000 als eigenständige Operation vorgenommen. Diese Operation erfolgt weltweit zunehmend häufiger. Der Eingriff gestaltet sich technisch einfacher als der Bypass und gelingt auch bei einem BMI über 60 kg/m². Die Magenkuppe und ein großer Anteil des Magenkörpers werden bei der Operation abgeschnitten und entfernt. Der zurückbleibende Magen entspricht im oberen Anteil dann einer Verlängerung der Speiseröhre. Der unter Magenanteil mit Magenausgang bleibt im Wesentlichen erhalten. Daher besteht ein unversehrter Verschlussmechanismus ( Magenpförtner ) vom Magen zum Dünndarm. Der Weg der Speise durch den oberen Verdauungstrakt wird durch die Operation nicht verändert. Dies ist der Grund, warum nach der Schlauchmagenoperation bis auf Vitamin B12 in der Regel keine Substanzen ersetzt werden müssen. Auch hier gilt aber, dass seltene aber mögliche Mangelzustände nur durch regelmäßige Kontrollen rechtzeitig entdeckt und behandelt werden können.

Undichtigkeiten an der Klammernaht des Schlauchmagens treten in 2 % auf, somit häufiger als beim Bypass. Die Patienten verlieren ebenfalls etwa 60% des Übergewichtes. Begleitkrankheiten werden in der gleichen Größenordnung gebessert wie beim Bypass, wobei die Zuckerkrankheit etwas weniger gut abzuschneiden scheint. Im Langzeitverlauf verlieren 30% der Patienten so viel Gewicht, dass sie mit dem BMI unter 35 liegen. 40% der Operierten erreichen dieses Ziel nicht, sind aber mit dem Ergebnis der Gewichtsabnahme zufrieden und wollen keine weitere chirurgische Therapie. Das letzte Drittel der Betroffenen erzielt keine ausreichende Gewichtsreduktion und benötigt etwa ein bis zwei Jahre nach der ersten Operation einen zusätzlichen Eingriff, meist in Form eines Bypasses. Dies gestaltet sich speziell bei zuvor Super-Super-Adipösen (BMI >60) einfacher, da das Körpergewicht im Vergleich um Ersteingriff doch verringert ist.

schlauchmagenDer Schlauchmagen kann sich bei regelmäßiger Überfüllung ausdehnen. Wer also auf Dauer seine Mahlzeiten vergrößert und weiter isst, auch gegen leichten Druck im Oberbauch, kann damit rechnen, dass der Schlauchmagen weiter wird und das Körpergewicht wieder ansteigt.

In die Speiseröhre zurücklaufender Magensaft (Refluxkrankheit/ Sodbrennen) kann nach der Schlauchmagenoperation neu auftreten (etwa 5 %), oder zunehmen, wenn er vorher schon vorhanden war (bis 15%). Es gibt aber auch Patienten, die eine Besserung ihrer Refluxbeschwerden nach der Schlauchmagen Operation erfahren. Dies ist im Vorfeld nicht zu klären.